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Stefans Blog - Eintrag


Warum Gott die Menschen aus dem Paradies vertrieb

Paradies
"Hausaufgabe" der Schreibgruppe - Thema "Apfel", bei wir einen längeren Text verfassen sollten, der auch humoristischer Natur sein durfte. Also, ganz nach meinem "Geschmack"...
Am Anfang, als die Welt noch neu war, saßen Adam und Eva im Paradies, wie Gott sie geschaffen hatte. Sie aßen nur das, was auf den Bäumen wuchs - heute würde man sagen, sie lebten vegan - außer Äpfeln. Gott hatte ihnen gesagt, dass sie davon nicht essen sollten, weil sie ansonsten eine furchtbare Scheisserei bekommen würden und, da nichts zum Po-abwischen bekannt war, würden ihre verdreckten Ärsche das ganze Paradies verpesten.
Eines Morgens wurde Eva von einem zischenden Geräusch geweckt.
Offenbar hatte es sich in Adams Schoß - der neben ihr unter dem Apfelbaum schlief - eine einäugige Schlange gemütlich gemacht, die sich nun in seltsamen Bewegungen erhob und Eva zuraunte: "Eva, küss mich, ich bin ein verzauberter Pri... äh - Mist, falscher Text. Noch mal: Eva, nimm vom Baum einen Apfel und gib ihn mir. Koste ihn aber vorher, ob er süß genug ist."
Eva sagte: "Schweig! Der Herr befahl uns, die nicht zu nehmen und davon zu essen."
Erneut wand sich die Schlange hoch und sagte: "Los, komm schon, Eva! Der Alte merkt das doch gar nicht."
Eva erwiderte: "Rede nicht so über den Herrn!"
Die einäugige Schlange hob erneut an: "Nun los, Eva! Oder ich spucke dir ins Auge!"
Eva wurde wütend und packte die Schlange, um sie zum Schweigen zu bringen. Nach einem kurzen Kampf spuckte die Schlange ihr mitten ins Auge. Eigentlich klebte Eva nun ziemlich viel davon im Gesicht.
"Iihh", sagte Eva. "Wie kriege ich das jetzt wieder von mir runter?!"
"Ich verrate es dir", antwortete die Schlange. "Wenn du den Apfel holst."
"Ich könnte auch zum Wasser gehen und baden", meinte Eva.
"Dann wirst du Adam wecken und der wird dir Fragen stellen, die du nicht beantworten kannst", erwiderte die Schlange. "Schau, da. Über dir hängt einer. Du brauchst nur hoch zu greifen und hast den Apfel."
Eva seufzte und griff den Apfel.
"Wenn du nun rein beißt", sagte die Schlange da. "Dann wirst du die Lösung erkennen."
Eva dachte sich, dass ein ganz winziges Stück wohl nicht die Scheisserei bringen würde, die Gott angekündigt hatte und biss zu. Ein plötzlicher Windstoß riss vom benachbarten Feigenbaum ein Blatt herab und dieses landete direkt in Evas Gesicht. Der Wind klatschte es regelrecht dagegen und, als Eva es herunter zog, klebte der ganze Schmadder dran und nicht mehr in ihrem Gesicht.
Sie sah die Schlange an und erkannte die Wahrheit.
Da legte sie - aus lauter Scham, die sie plötzlich überfiel - das Feigenblatt in Adams Schoß.
"Das sieht schon besser aus", dachte Eva und glaubte nun, eine ganze Modelinie kreieren zu können. Sie sprang auf und lief zum Feigenbaum, um noch mehr Blätter zu pflücken.
Davon wurde Adam wach und sah den angebissen Apfel. Panisch begann er zu kreischen.
Darauf wurde Gott aufmerksam und fragte: "Adam, aßest du auch vom Apfel?"
"Nein", antwortete der angesprochene. "Das hat nur Eva."
"Gut", meinte Gott. "Eva ist infiziert, aber du, Adam, hältst jetzt 1,5 Meter Abstand dann wird alles wieder gut."
„Wie viel ist 1,5 Meter?“
"Stehe auf und stelle dich so hin, dass dein Arm den Baum berührt, dann machst du einen halben Schritt nach hinten."
Adam tat wie geheißen, das heißt, er versuchte es und, statt ein Bein einfach nach hinten zu setzen und das andere nachzuholen, winkelte er ein Bein an und machte mit dem anderen einen Hüpfer zurück, was ihm das Gleichgewicht kostete und er ins Gras fiel.
Da dachte Gott, dass er lieber das Material, was er bei Adam untenrum verbaut hatte, eher in den Schädel hätte tun sollen und sagte: "Adam, bleib einfach von Eva weg und beiß nicht in einen Apfel. Ich brauche eine Denkpause."
Als Eva vom Feigenblatt -Sammeln wieder kam, schaffte sie es, Adam die neue Modelinie vorzuführen, indem sie die Feigenblätter wahlweise in verschiedenen Formen an ihrem Körper drapierte.
Darauf hin begann sich es wieder in Adams Schoß zu regen.
Als Eva das sah, sagte sie: "Adam, tue etwas dagegen. Da schaut etwas unter dem Feigenblatt in deinem Schoß heraus."
Adam wusste nicht, was Eva meinte.
Eva seufzte und sagte: "Adam, beiß in den Apfel und du wirst verstehen.“
Adam - dessen Gedächtnisleistung, wie erwähnt, nicht besonders war - griff den angebissenen Apfel und biss ebenfalls hinein.
Da hob ein großer Donner an und Gott sprach: "Ihr Verdammten! Jetzt muss ich euch aus dem Garten Eden verbannen, sonst infiziert ihr hier noch alles!"
Als Adam und Eva den Garten verlassen hatten, setzte sich Gott unter den Apfelbaum und seufzte tief grollend, während er den Flachmann mit Calvados hervor zog und einen tüchtigen Schluck nahm.
"Die hätten mir doch fast die ganze Ernte ruiniert und ich hätte keinen Calvados mehr brennen können", meinte er laut und rülpste herzhaft.
Da fielen drei Äpfel vom Baum.
Einer für den Erzähler, einer für den Zuhörer und einer für den, der die Geschichte verstanden hat.

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