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Stefans Blog - Eintrag


Wie man mit dem Bedürfnis nach Rache umgeht

Dies ist der dritte tiefenpsychologische Beitrag nach "Wieso man niemanden zu seinem Glück zwingen sollte" und "Wie kanalisiere ich meinen Rachedurst?" basierend auf der Lektüre von "Sei nicht nett, sei echt!"

Als erstes ist - wie bei der Befriedigung jedes anderen Bedürfnisses - grundsätzlich der "egoistische" Weg einzuschlagen. Mit egoistisch ist gemeint, dass die Befriedigung meines Bedürfnisses im Vordergrund steht. Dafür bin ICH verantwortlich. ICH habe die verdammte Pflicht und Schuldigkeit MICH darum zu kümmern. ICH habe ebenso die Verantwortung für ALLE übrigen MEINER Bedürfnisse. Manche MEINER Bedürfnisse kann ICH jedoch, beim besten Willen, nicht ALLEIN befriedigen. Dafür benötige ICH Hilfe von Mitmenschen und die haben IHRE Bedürfnisse, für die sie eventuell UNSERE Mithilfe benötigen.
Von dieser Situation ausgehend, darf ich nicht kopflos dem ersten Lösungsansatz für die Befriedigung des "Rachedurstes" folgen, denn er könnte mir die Lösung für die Befriedigung anderer Bedürfnisses verbauen. Selbstverständlich ist zu Gebote stehende Gewalt für die Durchsetzung meines Bedürfnisses nach unmissverständlicher Zurechtweisung durchaus ein Mittel der Wahl, jedoch nur als Ultima Ratio.
Der kommunikative Weg - bei dem ich meinem Gegenüber immer zeigen muss, dass man sich nicht auf "einen einzigen" Weg der Lösung festlegen muss - ist in jedem Fall vorzuziehen, wenn es Personen aus dem engeren Umfeld betrifft.
Man wirbt am besten um Verständnis dafür, weil diese Zurechtweisung etwas Notwendiges ist, um die eigenen Grenzen gewahrt zu wissen. Der Schlüssel dazu liegt darin, ganz bei sich, bei dem eigenen Erlebten, bei den eigenen Gefühlen in jenem Moment zu bleiben und AUF GAR KEINEN FALL den anderen für diese Gefühle verantwortlich zu machen. Es sind nämlich MEINE Gefühle, die aus MEINEM individuellen Kontext entstanden sind. Die andere Person mag den Klingelknopf gedrückt haben, aber es ist MEINE VERDAMMTE KLINGEL.
Meistens sind die Leute einsichtig.
Es kann jedoch Fälle geben, in denen - trotz Feinfühligkeit MEINERSEITS - es keine Einsicht gibt.
Dort fehlt dann das Mitgefühl und ich darf mich - völlig zu Recht und so weit, wie es notwendig ist - mehr oder minder hart abgrenzen. Menschen, die kein Mitgefühl aufbringen können, stecken nämlich so tief im eigenen Schmerz, dass sie uns nicht wirklich wahrnehmen können und sie reagieren die verletzte Tiere, das heißt, sie reagieren auf jeden "Angriff" oder das, was sie als solchen wahrnehmen, mit Gewalt.
Und der einzige Schutz von dieser Gewalt ist dann der Abstand.



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