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Stefans Blog - Eintrag


Wie kanalisiere ich meinen Rachedurst?

Dieses ist der zweite tiefenpsychologische Beitrag - eine Fortsetzung des Ersten: "Wieso man niemanden zu seinem Glück zwingen sollte" - inspiriert durch die Letüre von "Sei nicht nett, sei echt!" .

Wie bereits erläuterte, ist das Bedürfnis - nach einer Grenzüberschreitung durch ein anderes Individuum - nach einer unmissverständlichen Zurechtweisung des selbigen durch uns elementar. Das ist es deswegen, weil es ein Teil unseres Selbsterhaltungstriebes darstellt. Auch wenn wir dieses Bedürfnis nicht bewusst anerkennen, so treibt uns doch unser Unterbewusstsein dazu, "Rache zu nehmen".
So soll nämlich sichergestellt werden, dass unsere Mitindividuen anerkennen, dass wir ein Recht auf körperliche und und seelische Unversehrtheit haben.
Weil es jedoch für das Unterbewusstsein nicht immer möglich ist, solch eine Reaktion unmittelbar nach dem Übergriff zu generieren und uns unser "Moralwächter" - besonders im Erwachsenenalter - eine adäquate Reaktion bei schweren Übergriffen verbietet, können die Folgen eines nicht bewussten Umganges mit solchen "Grenzverletzungen" äußerst gravierend für unsere Psyche sein. Je länger der "ungesühnte" Zustand anhält, umso stärker werden Symptome wie:
Zwangsgedanken und Zwangshandlungen bis hinzu Mordgedanken und Selbstmordgedanken
die dann sogar zur entsprechenden Handlungen führen. Sie resultieren aus der Wut über das "ungesühnte Verbrechen" gegen uns.
Aus diesem Grund ist es eminent, das wir diese Wut ins Bewusstsein holen. Wir müssen dafür zu dem Gefühl der Wut Kontakt aufnehmen und seine Berechtigung anerkennen.
Das impliziert dann meistens die Bewusstwerdung des Wunsches nach Rache.
Hier sollte uns dann der Ausspruch: "Rache ist ein Gericht, das am besten kalt genossen wird" leiten, denn er hilft uns, eine "Wutreaktion" zu vermeiden, ohne die Anerkennung des Bedürfnisses zu unterdrücken. An diesem Punkt ist es wichtig zu beachten, dass der Zug für eine Vergeltung alttestamentarischer Art - Auge um Auge, Zahn um Zahn - längst abgefahren ist und die Wirkung nach hinten losgehen würde, wobei die Gefahr einer Spirale der Gewalt entsteht.
Wir sollten uns über die wahre Natur unseres Bedürfnisses klar werden.
Es geht um das unmissverständliche Klarmachen, dass die Handlung (en) des (der) Individuums (Individuen) unsere körperliche und seelische Unversehrtheit beeinträchtigt haben. Es geht darum klarzustellen, dass solche Handlungen von uns nicht tolerierbar sind. Und es geht darum, eine Wiederholung dessen ausschließen zu können.
Wie der Weg zu einer Lösung aussehen kann, ohne zu unnötiger Gewalt zugreifen, lege ich in einer weiteren Fortsetzung dar.


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